Antworten zu Geothermie-Fragen

Eine innovative Form der Energiegewinnung wirft viele Fragen auf – so auch die Geothermie. Hier finden Sie Antworten zu häufig gestellten Fragen.

 

Wie werden derartige Großprojekte finanziert?

Die Finanzierung setzt sich im Hause FG wie folgt zusammen:

  • Phase 1 und 2:

    Die Finanzierung der Konzeptionierung, Projektvorplanung, Erstellung der Seismiken, Erstellung aller benötigten Gutachten sowie die Kosten der Grundstücksakquise und die Erstellung eines Bebauungsplanes erfolgt sowohl durch finanzielle Mittel der FG-Gruppe als auch durch Finanzmittel der GEOKRAFTWERKE.de. Hier haben uns bisher mehr als 2.500 Anleger ihr Vertrauen geschenkt. Damit ermöglichen sie uns die Entwicklung der Projekte Amerang, Gars, Kirchweidach, Seebruck und Schnaitsee.
     
  • Phase 2:

    Diese Phase umfasst die Bohrungen am entwickelten Standort und wird sowohl durch Privatinvestoren als auch durch institutionelle Großinvestoren finanziert.
     
  • Phase 3:

    Die dritte Phase der Erstellung eines Geothermie-Projekts umfasst die Entwicklung der Geothermieanlage. Hier setzt eine „klassische Bankenfinanzierung an.

 

Wie steht es mit dem geologischen Risiko?

In Gesamtdeutschland gibt es insgesamt ein sehr geringes geologisches Risiko. Das gesamte bayerische Molassebecken ist diesbezüglich sogar bevorteilt und aufgrund der bisherigen geologischen Erkenntnisse und Erfahrungen ist das Risiko als extrem gering einzuschätzen.

Für die Festlegung der Untertage-Landefelder können wir die Ergebnisse einer für die Projekte der FG durchgeführten 3D-Seismik heranziehen. Seit den späten 1960er Jahren hat die Öl- und Gasindustrie in Deutschland 30.000 Bohrungen niedergebracht. Für Geothermieprojekte wurden bis dato 73 Bohrungen niedergebracht.

Geologische Verhältnisse

Die geologischen Verhältnisse für geothermische Projekte sind in Bayern als besonders günstig einzuschätzen. Das größte Potenzial für eine hydrothermale Energiegewinnung liegt dabei im Raum südlich der Donau im Malmkarst des süddeutschen Molassebeckens.

 

Wie steht es mit dem ökologischen Risiko?

Im Vergleich zu den technischen Standards für Bohrungen der Öl- und Gasindustrie werden bei geothermischen Bohrungen höhere ökologische Normen eingehalten, da grundsätzlich grundwasserverträgliche Bohrspülungen verwendet werden. Aus diesem Grund entstehen bei Einhaltung dieser Standards keine physiologischen Bedenklichkeiten (z. B. für die Trinkwas- serversorgung). Weiter stehen die geologischen Ergebnisse der Bohrungen aus dem Molassebecken zur Verfügung.

Die geologischen Verhältnisse für geothermische Projekte sind in Bayern als besonders günstig einzuschätzen.

Das größte Potenzial für eine hydrothermale Energiegewinnung liegt dabei im Raum südlich der Donau im Malmkarst des süddeutschen Molassebeckens.

 

Welche Vorteile hat es für die Gemeinde?

Aktuell erarbeiten wir ein Modell, welches vorsieht, sowohl die Gemeinden als auch deren Bürger an den wirtschaftlichen Erfolgen unserer Projekte zu beteiligen. Leider ist die Auskopplung von Wärme durch die Struktur der Ansiedlungen sowie durch die Situation der verfügbaren Grundstücke zur Ansiedlung von Gewerbekunden aktuell nur in Gars umsetzbar. 

Sollten sich hier aber entsprechende Grundstücke ermitteln lassen, die seitens der Bürger Akzeptanz finden, und sollte die Errichtung einer Fernwärmeauskopplung wirtschaftlich sinnvoll sein, wäre dies in jedem Fall ein wünschenswertes Ziel. Hier möchten wir nochmals auf unser Erfolgsmodell Kirchweidach verweisen, in dem 12 Hektar Gewächshäuser vollkommen emissionsfrei beheizt werden. Hier wird gerade die Erweiterung auf 25 Hektar Gewächshausanlage erwogen.

 

Welche Nachteile hätte das Projekt für die Gemeinde?

Die in Frage kommenden Standorte sind auf eine „möglichst geringe Wahrnehmung“ der Anlage durch Anrainer und Bewohner des Ortes ausgelegt. Sowohl während der Bohrtätigkeiten als auch während der Betriebsphase ist das Ziel, Beeinträchtigungen durch Geräusche und Bautätigkeiten so gering wie möglich zu halten. Wir sind bestrebt, alle gesetzlichen Grenzwerte zur Schallentwicklung deutlich zu unterschreiten.

 

Was ist der Unterschied von Hydraulic Fracking gegenüber Stimulationsverfahren bei der Tiefengeothermie? Was wird hier verwendet?

Beim Hydraulic Fracking werden Gesteinsschichten mit hohem Flüssigkeitsdruck künstlich aufgesprengt und mit Stützmitteln offen gehalten. Das Bayerische Molassebecken verfügt über eine gut durchlässige Kalksteinschicht als Reservoir, für die Fracking keine geeignete Stimulationsmethode darstellt, da sich kein großer Druck aufbauen lässt.

Zur Bohrlochreinigung und gleichzeitigen Stimulation werden nach Genehmigung der dafür eingereichten Sonderbetriebspläne durch die Behörden Flüssigkeiten eingesetzt, die den Dolomit und den Kalkstein im Bohrlochbereich von Bohrklein und Verunreinigungen befreien und so den bohrlochnahen Bereich besser wegig machen. Prinzipiell ist der Vorgang  vergleichbar mit dem Entkalken in Küche und Bad.

 

Welche Verbrauchsstrukturen sind für eine Wärmeabnahme vorgesehen?

Nach aktuellem Planungsstand soll das Projekt Schnaitsee vornehmlich zur Verstromung der gewonnenen Energie genutzt werden. Leider sind derzeit in unmittelbarer Nähe zu potenziellen Anlagestandorten keine geeigneten Flächen zur Ansiedlung von gewerblichen Fernwärmeabnehmern verfügbar.

 

Wie viele Mitarbeiter wären für den Betrieb nötig? Ist eine Fernwartung geplant? Wie viele Arbeitsplätze wären das?

Eine Geothermieanlage kann weitgehend beaufsichtigungsfrei betrieben werden. Für ihren Betrieb werden 1-2 qualifizierte Arbeitsplätze geschaffen, hinzukommen eine Reihe begleitender Tätigkeiten (Reinigungsdienste, kleinere Reparaturen, Pflege der Außenanlagen etc.).

 

Würde der Ort Gewerbesteuern bekommen, wenn der Bau bezahlt ist?

Hier ist vorgesehen, den Sitz der Gesellschaft in die entsprechende Gemeinde zu verlegen, um Gewerbesteuereinnahmen zu ermöglichen. Aktuell erarbeiten wir zudem ein Beteiligungsmodel für die jeweiligen Gemeinden, um Einnahmen bereits ab dem ersten Jahr der Energiegewinnung sicher zu stellen. Da die Investitionskosten eines derartigen Projekts in zweistelliger Millionenhöhe liegen, kämen die Einnahmen durch Gewerbesteuer andernfalls erst nach einigen Jahren zum Tragen.

 

Wird vor Baubeginn eine Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt?

Die Notwendigkeit einer Umweltverträglichkeitsprüfung wird durch das Bergamt bzw. das Landratsamt entschieden. Im Vorfeld finden faunistische Untersuchungen des geplanten Standorts statt (spezielle artenschutzrechtliche Prüfung, saP).

 

Wird eine HAZOP durchgeführt? (Prozess-Management für Sach- und Umweltschäden, Sicherheitskontrollen, Sicherheitsmaßnahmen?)

Dies ist derzeit noch nicht entschieden. Generell werden im Vorfeld, während Bau, Bohrung und Betrieb, alle geltenden Gesetze und Vorgaben der Genehmigungsbehörden mindestens erfüllt. 

 

  1. Wird ein kontinuierliches Grundwasser-Monitoring durchgeführt?

    Wenn dies von der Genehmigungsbehörde gefordert wird, ist dies selbstverständlich. Bisher ist uns nicht bekannt, dass im Molassebecken solche Forderungen aufgrund der Gefährdungsbeurteilung seitens der Behörden eingefordert wurden.
     
  2. Welche Wassermengen werden zum Spülen und Testen beim Bohren verbraucht und woher kommt dieses Wasser?

    Das Wasser wird der normalen Trinkwasserversorgung entnommen, die die während des Bohrens und Testens benötigten Wassermengen problemlos bereitstellen kann.
     
  3. Wie läuft das Abwassermanagement ab?

    Abwasser fällt im Betrieb nur in geringem Umfang für Filterrückspülungen an; dies kann in den normalen Kanal geleitet werden. Hier werden die Belange der Gemeinde ebenfalls vollumfänglich berücksichtigt und allen gesetzlichen Auflagen wird Rechnung getragen. 
     
  4. Wie wird mit dem Bohrklein verfahren (Sondermüll)? Sind die Mitarbeiter eingewiesen?

    Bohrklein wird, entsprechend seiner jeweiligen Zusammensetzung, über ein spezialisiertes und zertifiziertes Entsorgungsunternehmen entsorgt.
     
  5. Wird die Bodenplatte abgedichtet und wird dies kontrolliert, um Grundwasserschäden auszuschließen?

    Die Bodenplatte (das Bohranlagenfundament), die drei Bohrkeller und das Gestänge-/Casinglager sind im inneren Bohrplatzbereich situiert. Bodenplatte und Bohrkeller werden auf Basis der Ergebnisse der bodenmechanischen Baugrunduntersuchung und entsprechend den statischen und gründungstechnischen Erfordernissen in Beton ausgeführt. Der übrige innere Bereich wird asphaltiert.

    Der innere vollständig asphaltierte/betonierte Bohrplatzbereich und die ebenfalls befestigte Umfahrung werden durch eine umschließende Aufkantung begrenzt. Die anfallenden Wässer werden gesammelt und ordnungsgemäß entsorgt.
     
  6. Ist eine Wetterstation geplant?

    Nein. Falls erforderlich, werden Daten regionaler Wetteraufzeichnungen benutzt.
     
  7. Wird vor Baubeginn am geplanten Areal eine Lärmmessung durchgeführt?

    Eine Lärmmessung wird zur Ermittlung einer Vorbelastung durchgeführt.
     
  8. Gibt es kontinuierliche Lärmmessungen mit Plänen zur Einhaltung der Lärmobergrenzen? Wird bei zu hohen Werten abgeschaltet?

    Selbstverständlich muss die Anlage alle Vorgaben der TA Lärm (Technische Anleitung zum Schutz gegen Lärm) erfüllen, da sie sonst nicht betrieben werden könnte und dürfte.
     
  9. Wird es vorher Windmessungen mit der Erhebung der Windhauptrichtung mit Weitertragen von Lärm geben?

    Diese Messungen werden ebenfalls durchgeführt, um alle Grenzwerte zu jeder Zeit entsprechend einhalten zu können.
     
  10. Gibt es Blend-Schutzvorrichtungen für die nächsten Anrainer, wenn Tag und Nacht gebohrt wird?

    Beim Bohren ist mit keiner Blendung zu rechnen.
     
  11. Gibt es Detektoren an den Häusern, um Risse, Hebungen und Senkungen dokumentieren zu können?

    Derartige Maßnahmen müssten durch das Bergamt vorgeschrieben werden. Aktuell sind derartige Maßnahmen nicht geplant.
     
  12. Sind kontinuierliche Radonmessungen vorgesehen?

    Aus dem Malm-Aquifer im Süddeutschen und Oberösterreichischen Molassebecken, welcher das Aufschließungsziel darstellt, sind keine Radonbelastungen bekannt. 
     
  13. Werden Messgeräte für ein Erdbebenmonitoring in der Nähe der Baustelle vor Beginn der Maßnahmen angebracht?

    Das Erdbebenmonitoring durch projektzugeordnete Messstellen wird durch die Behörden für den Betrieb vorgeschrieben. Für den Bohr- und Testbetrieb wurden nach unserer Kenntnis bei den Projekten im Süddeutschen Molassebecken von den Behörden keine eignen Stationen vorgeschrieben. Wir weisen auch auf die vorhandenen Messstationen bei den Projekten Kirchweidach und Waldkraiburg hin.

 

Ist bei „Nicht-fündig-Werden“ ein Rückbau der Anlage vorgesehen?

Wird ein Bohrplatz später keiner Nutzung im geplanten Sinne zugeführt, ist dieser zurückzubauen. Hier sind entsprechende Sicherheiten zu stellen, um den Rückbau unabhängig von der wirtschaftlichen Entwicklung der Gesellschaften zu gewährleisten.

 

Wie viele LKW werden während der Bohrphasen Tag und Nacht fahren?

Der Haupt-LKW-Verkehr ist bei Auf- und Abbau der Bohranlagen zu erwarten, während der Bohrphase nur gelegentlicher Verkehr (Entsorgung Bohrklein, Anlieferung Verrohrung, Sonderwerkzeuge, Messgeräte). Dies stellt nur eine marginale Belastung dar.

 

Wird REACH berücksichtigt? Sind Datensicherheitsblätter für die Stimulationsmaterialien vorgesehen?

REACH wird berücksichtigt. Sicherheitsdatenblätter werden vom Bergamt verlangt.

 

Sind Notfallpläne vorhanden?

Das Bergamt verlangt und prüft Notfallpläne. Während der Bohrung finden regelmäßig Ausbruchsübungen (sog. „Kickübungen“) statt, die im Bohrbericht vermerkt werden müssen und regelmäßig durch die Behörde überprüft werden. Die lokalen Feuerwehren werden einbezogen. 

 

Kann es zu Mikroklimaveränderungen kommen? Gäbe es eine Wärmeabgabe in die Umgebung?

Die Kondensationswärme bei der Stromerzeugung wird über Luftkühler abgegeben. Eine Änderung des Mikroklimas ist nicht zu erwarten.

 

Wird das Kraftwerk nur zur Verstromung genutzt? Was geschieht mit der übrigen Wärme?

Die Anlage wird zunächst als Verstromungsanlage konzipiert, eine Auskopplung von Wärme ist später jedoch einfach realisierbar, so dass sich entsprechende Abnehmerstrukturen realisieren lassen. 

 

Wie sieht eine Geothermieanlage aus?

Der Lieferant steht noch nicht fest. Vergleichbare Anlagen stehen z. B. in Kirchstockach, Dürrnhaar oder Innsheim. Nachstehend finden Sie ein Modell, wie die Geothermieanlage nach unserer Vorstellung später aussehen soll. 

Laut aktuellem Planungsstand sollen die Lüfter so tief in der Absenkung des Erdreichs eingebettet werden, dass diese durch die Bewaldung optisch vollkommen unauffällig sind. 

 

Modell einer Geothermieanlage
Modell einer Geothermieanlage

 

Welche Lärmschutzmaßnahmen sind hinsichtlich der Lüfter, Pumpen, Aggregate etc. geplant?

Die TA Lärm (Technische Anleitung zum Schutz gegen Lärm) muss eingehalten werden. Dies kann durch eine Vielzahl von Maßnahmen erreicht werden, z. B. durch geräuscharme Lüfter, gekapselte Antriebe, isolierte Dampfleitungen etc.

 

Was ist der Unterschied zwischen einem Hybridkühlturm und der Ständerbauweise der Lüfter?

Ein Hybridkühlturm ist eine Kombination aus Luft- und Nasskühlung. Diese Lösung ist nicht geplant.

Wir favorisieren werden Luftkondensatoren. Ein Luftkondensator besteht aus Ventilatoren, die oberhalb der Kondensatorrohrbündel montiert werden, um durch die Kondensatoren Kühlluft zu transportieren.

Die Luftkondensatoren werden so ausgeführt, dass die Einhaltung der TA Lärm gesichert ist, hierzu gehören z. B. geräuschoptimierte Ventilatoren.

 

Wird ein eigenes Lärmgutachten erstellt oder werden „fremde“ Werte hochgerechnet?

Im Vorfeld wird ein Lärmgutachten erstellt, welches Grundlage des Leistungsverzeichnisses des Anlagenbauers sein wird.

 

Wo sind die Messpunkte für das Lärmgutachten? An welcher Stelle ist der Aufpunkt?

Üblicherweise werden die kritischen Imissionspunkte von den Behörden vorgegeben.

 

Gibt es eine Risk Matrix?

Alle Arbeiten für die Errichtung der Tiefbohrungen im Rahmen des Geothermieprojektes werden dem Stand der Technik, Arbeitsmedizin und Hygiene entsprechend ausgeführt. Vom General-Bohrunternehmer wird ein Sicherheits- und Gesundheitsschutzdokument erstellt und geführt; dieses umfasst neben dem Feuerwehr- und Brandschutzplan auch einen Alarm/Alarmierungsplan.

 

Wie lange dauern die Bohrungen?

Üblicherweise dauert eine Bohrung ca. drei Monate.

 

Erklären Sie bitte den ORC-Prozess:

  1. Was ist das?

    Der ORC-Prozess (Organic Rankine Cycle) ist im Prinzip derselbe geschlossene Arbeitsprozess wie in einem konventionellen Kraftwerk mit Wasser-Dampf-Kreislauf. Beim ORC-Prozess wird jedoch statt Wasser ein organisches Arbeitsmittel eingesetzt. Seine besondere Bedeutung hat der ORC-Prozess bei der Niedertemperaturstromerzeugung, bei der sich Wasser thermodynamisch nicht mehr als Arbeitsmittel eignet.

  2. Welche Kombinationen sind möglich?

    Es gibt eine Vielzahl möglicher Arbeitsfluide, die je nach Temperaturbereich und Philosophie des Anlagenbauers Anwendung finden.

  3. Werden toxische Mittel verwendet? Wie werden die Bürger geschützt?

    Die einsetzbaren Arbeitsfluide weisen eine geringe Toxität auf.

  4. Welche Risikostufe hat dies?

    Das kann erst nach Wahl des Arbeitsfluids präzise benannt werden, aber alle in Frage kommenden Arbeitsfluide sind technisch sicher beherrschbar.
    Die Anlage stellt einen geschlossenen Kreislauf dar, in dem alle gesetzlichen Grenzwerte zu Druckverhältnissen und Leckageraten eingehalten werden. Die Systeme sind in ihrer ökologischen Bedenklichkeit mit Kühlschränken und Klimaanlagen vergleichbar. 

 

Wie viele Lüfter sind geplant?

Das kommt auf den jeweiligen Anlagenlieferanten an. Bei der geplanten Anlagengröße kann eine Größenordnung von ca. 50 Einzellüftern unterstellt werden.

 

  1. Kommt es bei größerer Anzahl von Lüftern zur Potenzierung von Lärm?

    Entscheidend ist immer die Gesamtemission der Anlage. Hier werden alle notwendigen Maßnahmen ergriffen, um die Geräuschentwicklung so gering wie möglich zu halten und die gesetzlichen Grenzwerte zu unterschreiten. 

  2. Wie dicht sind die Lüfter? Geben Sie Emissionen ab? Falls ja, wie wird das beobachtet oder wie wird strahlenschutzrechtlich sach- und fachgerecht damit umgegangen?

    Die Lüfter erzeugen, abgesehen von den angesprochenen Geräuschen, keine zusätzlichen Emissionen, und auch keine Schwaden wie z. B. ein Nasskühlturm.


  3. Können Leckagen im Arbeitsmittelkreislauf ausgeschlossen werden?

    Die Anlagen werden vorgeschriebenen, regelmäßigen Dichtigkeitsüberprüfungen (sog. Druckprüfungen) unterzogen, zusätzlich sind eine Reihe Leckagedetektoren und eine Füllstandskontrolle installiert. Da das Arbeitsfluid zudem hohe Anschaffungskosten hat, hat der Betreiber ein vitales Interesse daran, Leckagen von vornherein auszuschließen.

  4. Wie groß ist die Menge dieses Mittels? Welche Gefahren bestehen?

    Das Mittel hat einen Umfang von weit über zehn Tonnen. Die zur Anwendung kommenden Stoffe weisen nur sehr geringe Toxitäten auf; ein Teil der Fluide ist allerdings leicht entzündlich. Dem wird durch entsprechende Betriebseinrichtungen und Auflagen Rechnung getragen. Anlagen mit dem Arbeitsfluid Pentan beispielsweise sind seit vielen Jahren weltweit und erfolgreich im Einsatz, ohne dass Zwischenfälle bekannt sind.

  5. Erhalten die Mitarbeiter Einweisungen und Notfallpläne? Ist die Feuerwehr des Ortes informiert? 

    Alle in der Betriebsführung tätigen Mitarbeiter werden speziell geschult. Bereits im Rahmen des Genehmigungsverfahrens wird die lokale Feuerwehr mit einbezogen. Sollten erforderliche Löschmittel/-geräte nicht zur Verfügung stehen, werden diese auf Kosten des Anlagenbetreibers beschafft. Eine Strahlenbelastung ist nicht denkbar.


  6. Welcher Explosionsschutz ist geplant? Was geschieht im Brandfall?

    Dies richtet sich nach den behördlichen Auflagen, die wiederum vom Arbeitsfluid abhängen. Generell ist die regionale Feuerwehr mit der Anlage und den dort vorhandenen Gefahrenpotenzialen vertraut und entsprechend ausgerüstet.

 

Mit welchen Wasserdrücken wird reinjiziert und was könnte dies im Erdinneren und an der Erdoberfläche für Auswirkungen haben?

  1. Wäre das ein hoher kontinuierlicher Druck? Verursacht das ein Aufbrechen von Fließwegen? Kann sich da Gestein verschieben, so dass sich dadurch Bodenveränderungen ergeben?

    Ein Aufbrechen von Fließwegen durch die Reinjektion ist nicht möglich. Die gefahrenen Drücke liegen unter den Frackdrücken. Dies ist dem Bergamt nachzuweisen.

  2. Welche Überwachungserfordernisse bedeutet das?

    Seitens des Bergamtes wird ein Monitoring seismischer Ereignisse mittels hochempfindlicher Messgeräte eingefordert.

  3. Welche Risiken gibt es?

    Das Monitoring der Projekte im stark geothermisch genutzten Raum um den Münchner Südosten hat in den vergangenen Jahren keine Auffälligkeiten gezeigt. Das Süddeutsche Molassebecken gehört im Gegensatz zum Oberrheingraben zu den wenig erdbebenintensiven Gebieten.

  4. Handelt es sich bei dem gefunden Tiefenwasser um Lagerstättenwasser? Welche Inhaltsstoffe könnte dies beinhalten und wie muss damit fachgerecht verfahren werden?

    Das Thermalwasser des bayerischen Molassebeckens weist nur geringe Mineralisierungen auf. In Erding wird das Thermalwasser nach Aufbereitung auch für die Trinkwasserversorgung genutzt. Von daher sind die Anforderungen relativ gering.

    Bei dem Tiefengrundwasser aus dem Malm-Aquifer handelt es sich nicht um Lagerstättenwasser, sonst wäre eine weitflächige Nutzung nicht möglich. Als Begleitgase können Methan, Kohlendioxid und Schwefelwasserstoff, zumeist in niedrigen Konzentrationen, vorkommen.


  5. Kann es sein, dass es zu Methan-, Ammoniak- und Schwefelausfällungen kommt? Und falls ja – was wird dagegen unternommen?

    Das Thermalwasser wird in einem geschlossenen Kreislauf gefahren und wieder vollständig reinjiziert, Ausfällungen der genannten Art sind daher nicht zu erwarten. Inhaltsstoffe, die in Filtern ausgeschieden werden, sind fachgerecht zu entsorgen. Die langjährigen Erfahrungen im Molassebecken zeigen, dass dies ohne besondere Anfordernisse möglich ist.

    Gegen mögliche Ausfällungen wird der geschlossene Obertage-Kreislauf unter Druck gehalten. Ein Vorkommen von Ammoniak wird nicht erwartet.

 

Welche Sicherungsmaßnahmen sind für Rohrleitungen und Druckbehälter geplant? Welche Transportsicherungen werden vorgenommen?

Die Einrichtungen müssen die Anforderungen der Druckgeräterichtlinie erfüllen und werden entsprechend geprüft und von den Behörden abgenommen.

 

Wie wird für den Bodenschutz vorgesorgt?

Alle Flächen, auf denen mit Stoffen, die ein Gefährdungspotenzial aufweisen, gearbeitet werden darf, müssen entsprechend ausgeführt sein.

 

Wie wird die Luftreinhaltung bei Dämpfen oder Schwadenbildung gewahrt?

Von der in Betrieb befindlichen Anlage gehen praktisch keine Emissionen wie Dämpfe etc. aus. Insbesondere gibt es keinen Nasskühlturm. Bei Rückspülvorgängen der Thermalwasserfilter treten sehr geringe Mengen dampfförmigen Thermalwassers aus. Dies ist jedoch selbst innerhalb des Anlagengeländes kaum wahrnehmbar.

 

Welche beweglichen und stationären Lärmquellen gibt es?

Es gibt keine beweglichen Lärmquellen, da es keinen nennenswerten Fahrzeugverkehr im Betrieb gibt; stationäre Lärmquelle ist die ORC-Anlage mit ihren Nebenaggregaten.

 

Welcher Nettowirkungsgrad* wird erreicht?

Eine ORC-Anlage kann im erwarteten Temperaturbereich etwa 11-13 % der zugeführten Wärmeenergie in elektrischen Strom umwandeln.

* Der Wirkungsgrad einer technischen Anlage definiert sich als Quotient aus nutzbarer und zugeführter Energie und ist damit ein Maß für die Effizienz einer Anlage. Er wird je nach Anlage von diversen Parametern beeinflusst (z.B. Solarenergie: Verschattung, Sonnenstunden, Material, Systemauslegung oder z.B. Geothermie: Temperatur und Förderrate Thermalwasser, Pumpenleistung, Arbeitsmittel). Der Wirkungsgrad eines Geothermiekraftwerks liegt im Vergleich zu einer Windkraftanlage bzw. Solaranlage niedriger, was sich aber durch die wesentlich höhere Volllaststundenzahl im Jahr, d.h. durch den Nutzungsgrad der Anlage, mindestens egalisiert.

 

Gibt es physikalische Grenzen für diesen Nettowirkungsgrad?

Der sog. Carnotwirkungsgrad beschreibt den maximal theoretisch erreichbaren Wirkungsgrad eines Kreislaufprozesses zur Energieerzeugung. Der technisch erreichbare Wirkungsgrad liegt für alle technischen Anlagenprozesse weit unter dem jeweiligen Carnotwirkungsgrad.

Generell steigt der mögliche Wirkungsgrad mit dem nutzbaren Temperaturgefälle von Wärmequelle und Kondensationstemperatur (= Außentemperatur).

 

Wie hoch ist der Eigenstromverbrauch?

Das hängt von der Qualität der Förder- und Reinjektionsbohrungen ab sowie von der technischen Auslegung des Anlagenprozesses. Je nachdem sind im Molassebecken Eigenverbrauchsanteile von gut 20 % der Bruttostromerzeugung, aber auch höhere Werte denkbar.

 

Gibt es Unterschiede zwischen Sommer und Winter?

Eine ORC-Anlage weist aufgrund der relativ hohen Abhängigkeit des nutzbaren Temperaturgefälles von der Außentemperatur thermodynamisch bedingt eine Schwankung von +/- 25 % ihrer Leistung im Temperaturdurchschnitt hin zu sehr kalter/sehr warmer Witterung auf.

 

Was ist eigentlich Tiefengeothermie?

Die Tiefengeothermie bezeichnet geothermische Verfahren, die Erdwärme aus über 400 Metern Tiefe nutzen – also auch die hydrothermale Geothermie. In dieser Tiefe sind die Temperaturen weitaus höher als an der Erdoberfläche. So kann die Tiefengeothermie in Bayern heißes Thermalwasser nutzen, das bis zu 140°C heiß ist. Diese Hitze reicht aus, um neben Wärmeenergie auch Strom zu erzeugen. Mit dieser Energie können Städte und Dörfer versorgt werden, während die oberflächennahe Geothermie meist angewandt wird, um einzelne Gebäude zu heizen oder zu kühlen.

 

Entstehen durch die Geothermie Gefahren?

Prinzipiell nein. Ein Geothermiekraftwerk birgt keine speziellen Risiken für die Anwohner. Allein beim Erschließen der Thermalwasserlagerstätten können eventuell Erdgas führende Schichten durchbohrt werden. Diesem Risiko begegnet das Bergamt mit strengen Sicherheitsvorschriften für jede Bohrung. So sind zwei unabhängige Sicherungssysteme vorgeschrieben, die unkontrollierte Austritte von Gas und Flüssigkeit vermeiden. Daneben wird in der Bohrphase das Gasaufkommen kontinuierlich überwacht. Diese Verfahrensart ist bei mehr als 1.000 Bohrungen in Bayern üblich.

 

Kommen mit dem Thermalwasser gefährliche Stoffe an die Erdoberfläche?

Nein. Es werden weder gefährliche Substanzen freigesetzt noch abgelagert. Das geförderte Wasser gibt im Kraftwerk seine Energie ab und wird anschließend wieder in das unterirdische Reservoir zurückgepumpt. In diesem geschlossenen Kreislauf kommt das Thermalwasser weder mit Luft noch mit Grundwasser in Kontakt. Abgesehen davon hat das Thermalwasser Trinkwasserqualität und stellt keinerlei Bedrohung dar.

 

Wird durch die Bohrungen das Grundwasser verschmutzt?

Bei professionellen Bohrungen ist eine Gefährdung des Grundwassers nahezu ausgeschlossen. Das von Gemeinden und Städten genutzte Grundwasser stammt fast ausschließlich aus oberflächennahen Erdschichten. Um dieses Grundwasser zu schützen, wird das Bohrloch direkt nach dem Durchbohren der grundwasserführenden Schicht mit einem Stahlrohr ummantelt und zementiert. So bleiben die verschiedenen wasserführenden Schichten getrennt und das Wasser vermischt sich nicht.

 

Was passiert, wenn man auf Erdgas stößt?

Aus der Vielzahl der in den vergangenen Jahrzehnten in Bayern fertig gestellten Tiefbohrungen, die meistens für Erdöl und Erdgas dienten, weiß man, dass man auf Schichten stoßen könnte, die gewisse Mengen Erdgas enthalten. Deswegen verfügt die Bohranlage über einen Preventer, eine Art Stutzen, der das Loch sofort verschließt, wenn der Druck von unten kommt. Ohne ein solches Gerät darf hier nirgends so tief gebohrt werden.

 

Sind die Arbeiten überhaupt versichert?

Jeder verantwortliche Projektentwickler wird natürlich trotz aller Vorsichtsmaßnahmen seine Bohrarbeiten gegen Schäden versichern, die von ihnen ausgehen könnten. Eine solche Versicherung umfasst gewöhnlich die ganze Bandbreite von Umweltschäden, sogar bis hin zu sogenannten Bergschäden.